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Glasgestalterin Gabriele Metzger
aufmacherbild

Glasgestalterin Gabriele Metzger eröffnet Räume am Breslauer Platz
Faszination Glas:

ein großartiges Element setzt
sich ins rechte Licht

 


„Wie in einer überdimensional großen Schatzkammer“ komme man sich in der Saint Chapel vor, da das
überwältigende Farb- und Lichtspiel der Fensterglasfläche das umfassende Mauerwerk in den Schatten
stelle. Diese mittelalterliche Kapelle in Paris nennt Gabriele Metzger als eines der herausragenden Meisterwerke im Bereich der Kunstglaserei und Glasmalerei. Ein modernes Beispiel sei die Herz-Jesu-Kirche in Neuhausen: für die 12 m hohen Portale schuf der Künstler ein Alphabet aus Nägeln und „bedruckte“ damit die quadratischen Glasfenster.


So unterschiedlich die beiden Beispiele in ihrer Ausführung sind, für beide gilt: sie sind, wie auch die
meisten Arbeiten von Frau Metzger, architekturbezogen. So hat sie es schon in ihrer ursprünglichen Ausbildung im Handwerksberuf der Kunstglaserin gelernt. Die Glasarbeiten müssen zur umgebenden Architektur passen, es sind keine autonomen Glasbilder, die man im Museum ausstellen kann. Das bedeutet auch, dass mit Bauherren, Architekten, Steinmetzen und Künstlern, die die Entwürfe teilweise liefern, oder Bauglasern, die den Einbau unterstützen, zusammengearbeitet wird.

 

Oft nur punktuell, aber häufig auch über einen längeren Zeitraum. In diese Vernetzung von ihre Glasarbeit berührenden Handwerkern oder Künstlern investiert Frau Metzger viel Zeit und Energie, um die Ideen ihrer Kunden aufs Beste umsetzen zu können. Dabei führt sie selbst aus, arbeitet projektbegleitend mit oder vermittelt die zueinander passenden Partner. Sie selbst sieht sich nicht
als Künstlerin, sondern als Glasgestalterin. Obwohl sie während ihres weiterführenden Studiums an der Hochschule für angewandte Kunst in Paris Glasmalerei studiert und bei der Restaurierung der Fenster in Saint Chapel mitgearbeitet hat, gilt ihre Faszination immer noch dem Umgang mit dem puren Rohstoff Glas und dem einfallenden Licht.


Mundgeblasenes Glas, bei dem jede Scheibe einzigartig durch Schlieren, Bläselung und Farbverlauf gestaltet ist, hat für sie eine Seele. Ihre Kunst besteht unter anderem darin, den absolut passenden (Farb-) Ausschnitt für den gewünschten Effekt aus einer Palette, die bis zu 5000 Farbnuancen umfasst, auszuwählen. Das Schwere und das Lichte als Gegensatz „Ich brauche für mein Glas immer eine Halterung“, erklärt Gabriele Metzger, und dafür findet sie Stein besonders schön. Er ist schwer, in
sich ruhend, kräftig und undurchsichtig und stellt für lichtdurchflutetes Glas den richtigen, spannungsreichen Gegensatz dar. Diese Kombination verwendet sie häufig für Grabsteine,
individuell angepasst an den zukünftigen Stellplatz, da die dortigen Lichtverhältnisse maßgeblich die
Auswahl des Glases bestimmen. „Beim Glasschneiden versinke ich in mir selbst, ich mache es total
gern“, und mit den puristischen Lichtkanten von farblos auf farblos gefustem (verschmolzenem) Glas bei unterschiedlichem Tageslichteinfall experimentiere sie in der letzten Zeit, erzählt Frau Metzger. Beides, das Glasschneiden und -fusen vermittelt sie in Kursen.

 

Jahrelang hatte sie ihre Arbeitsstätte auf Hof Rosenrot im Dachauer Hinterland, aber schließlich empfand sie es dort als zu klein und abgelegen. „Glasgestaltung bedeutet arbeiten mit Licht“ und
deshalb hat sie die Gelegenheit beim Schopf ergriffen und sich am Breslauer Platz neu eingerichtet.
Hier hat sie Licht und Platz genug, um auch ihre Arbeiten ausstellen zu können, neben der Arbeit in der Werkstatt und den Kursen für Profis und Laien. Bis Ende Februar wird sie sich fertig eingerichtet haben. Jetzt braucht sie quasi nur aus der Haustür hinaus zu treten und ist schon
in ihrer Werkstatt, denn sie wohnt bereits seit 1992 in Dachau-Ost. Nach den Lehr- und Wanderjahren,
die sie an die führenden deutschen Werkstätten und Ateliers in England und Frankreich brachten, hatte sie sich in München niedergelassen.


Dann zog sie mit ihrer Familie „der Kinder wegen“ aus der Großstadt hierher. Sie fühlt sich wohl in Dachau mit all seinen Möglichkeiten und hat viele nette, interessante Menschen kennengelernt und Freundschaften aufgebaut. Menschen und Gespräche: deshalb freut sie sich darauf, dass viele einfach einmal bei ihr durch die Tür treten am Breslauer Platz, mitten in Dachau-Ost.

autor-squareEva Behling